Wie ich Google dazu bringe mich zu lieben und warum Social Media perfekt ist, um mein Image zu verbessern – Selbstmarketing für Anfänger II.

Text von Joanna Puzik

München. Wenn ich wissen möchte, wie Kunden über mein Unternehmen denken, sind die sozialen Medien der beste Weg dazu, verriet Ruth Schöllhammer bei ihrem dreißig minütigen Auftritt im Live- Trainings-Center der Karrieremesse herCAREER. Die Marketingtrainerin ist an der eMBIS Akademie tätig und sprach darüber, wie ich „Social Media und digitales Netzwerken“ für mein Business nutzen kann. Der Geschäftsführer der Akademie für Marketingseminare, Markus Bockhorni verriet in seinem Vortrag, was ich über SEO wissen muss und was ich schnell wieder vergessen sollte.

Wie wichtig sind Social Media, digitales Netzwerken und SEO für mein Business?

Foto © Unsplash – rawpixel.com

 

Warum ich Social Media für mein Unternehmen nutzen sollte?

Ruth Schöllhammer weiß, worauf es bei der Kundenbindung ankommt und meint:

„Auch wenn ich ein kleines Familienunternehmen leite und nicht zu den hippen Start-ups gehöre, macht es Sinn sich mit den sozialen Medien auseinander zu setzen, es bietet viele Vorteile.“

(Ruth Schöllhammer, Social Media Expertin, herCAREER 2017)

 

Meine Vorteile:

Monitoring:

Durch die regelmäßige Pflege der eigenen Facebookseite ist es mir möglich direkt mit den Kunden und Nutzern zu kommunizieren und herauszufinden, was sie über mein Unternehmen denken. Direktes Feedback ist die aktuellste Marktanalyse, die ich bekommen kann.

 

Social Media Strategie:

Eine konkrete Social Media Strategie ermöglicht es mir das Bild, das die Nutzer von meinem Unternehmen haben positiv zu beeinflussen, in dem ich hilfreiche Posts mache und auf die Wünsche und Kommentare meiner Seitenbesucher reagiere. Hierfür ist es aber wichtig klare strategische Ziele zu formulieren, sagt Schöllhammer. Warum? Durch das Feedback hat man die Möglichkeit sein Angebot stätig zu verbessern, neue Produkte zu entwickeln und auf die Wünsche der Kunden ausrichten. Dadurch kann man nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern auch binden.

 

Likes & shares:

Durch einen guten Auftritt kann man Fans sammeln. Wer meine Seite und Produkte liked und sogar mit seinen sozialen Kontakten teilt, der verhilft mir automatisch zu einer größeren Reichweite und einem guten Image. Diese „Empfehlungsstrategie“ ist effizienter, als gekaufte oder beworbene Werbemaßnahmen. Es bekommt auch bessere Listungen bei den Suchmaschinen, da auch Google und Co. in echten Kundenreaktionen einen Mehrwert sehen, der auch andere Nutzer interessieren könnte. Dies wird mit einem besseren „ranking“ bei der Suche nach Schlagwörtern belohnt.

 

Persona- Konzept:

Um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und Netzwerke aufzubauen, muss ich Gesicht zeigen. Dies geht am besten mit Hilfe eines sog. „Persona- Konzeptes“. Hierfür muss ich mir meinen Gesprächspartner, bzw. meinen Weseiten- Nutzer vorstellen, ihn visualisieren. Erst, wenn ich eine Vorstellung davon habe wie meine Zielgruppe aussieht, weiß ich, wie ich sie ansprechen kann, welche Angebote sie interessieren, etc. Dazu gehört aber auch die Frage, welcher Social-Media-Kanal der Beste ist, Facebook, Instagram, What´s App? Letzteres hat den Vorteil, dass ich via Smartphone quasi an der Hosentasche des Kunden hänge, meint die Marketingberaterin. Die meisten nutzen What´s App viel öfter als E-Mail, aber vorsicht: unangebrachtes Verschicken einer Werbe- What´s App kann genau das Gegenteil bewirken und den Kunden verschrecken, warnt die Marketingexpertin.

 

Vertrauensaufbau:

Die größten aller Entscheidungen werden nicht rational, sondern emotional entschieden, sagt Schöllhammer, deshalb könne man Social Media als große Chance sehen, um sich zu zeigen und Vertrauen aufzubauen. Das stärkt die Kundenbindung.

Wie wichtig sind Social Media, digitales Netzwerken und SEO für mein Business?

Ruth Schöllhammer sprach bei der herCAREER 2017 zum Thema: „Wie Sie Social Media und digitales Networken für Ihr Business und Ihre Karriere erfolgreich nutzen“. Foto © J.Puzik

 

Warum ist Suchmaschinenoptimierung (SEO) wichtig?

Was ist SEO und worum geht es dabei? Dies erklärte Markus Bockhorni, Geschäftsführer der eMBIS Akademie für Marketing in seinem Vortrag: „Was Sie über SEO wissen müssen und was Sie schnell wieder vergessen sollten“. Je aktiver ich im Netz bin und ich Google und die anderen Suchmaschinen mit Informationen füttere, die sie auswerten und verwenden können, desto lieber hat mich Google, meint der Marketingexperte.

Warum?

Google möchte seinen Nutzern helfen, sein Dienst besteht darin, ihm die möglichst passende Antwort auf seine Suchanfrage zu liefern. Deshalb kann es auch vorkommen, dass Google mir als Antwort auch mal ein „You Tube“ Video vorschlägt, weil es laut Nutzerkommentaren und der Bewertung durch die Suchmaschine am besten erklären kann, was manchmal ein Text nicht vermag, z.B. auf die Frage: „Wie tanze ich Tango?“ Wenn ich weiß, wie Suchmaschinen funktionieren und nach welchen Kriterien sie Webseiten im Web finden und bewerten, kann ich dieses Wissen zu meinem Vorteil nutzen. Wie das geht? Durch SEO.

seo-1216161_1280

Was bedeutet SEO?

Der Begriff kommt aus dem Englischen „searchengeneringoptimisation“ und meint die Optimierung von Webseiten und Inhalten, damit sie von großen Suchmaschinen gefunden werden. Google ist mit einem Marktanteil von 80% die wichtigste und einflussreichste. Nicht ohne Grund ist der Begriff „googlen“ ein Synonym für „suchen“ im Web geworden. Durch die Suchmaschinenoptimierung kann ich dafür sorgen, dass Google meine Website besser findet und mein Angebot bei bestimmten Suchanfragen auf der ersten Seite, oder zu minderst weit oben auflistet. Statistisch gesehen haben die Ergebnisse auf der ersten Seite die höchste Wahrscheinlichkeit von Kunden angeklickt zu werden. Natürlich kann man sich sein sog. ranking auch kaufen, eine organisch gewachsene Listung ist jedoch dauerhafter und kostengünstiger.

 

Was sind ausschlaggebende Faktoren, worauf legt Google wert?

Neben einem regelmäßigen Engagement müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt werden, damit Google mich liebt.

„Google liebt dich! Wenn du Nutzer bist“

(Markus Bockhorni, Geschäftsführer der eMBIS Akademie für Online Marketing)

On Page Optimierung:

Optimierung der Inhalte, die sich auf der Seite sichtbar befinden, wie Bilder, Texte, Überschriften und keywords.

 Relevanz:

Zuerst wird die Relevanz der Inhalte auf meiner Website für ein bestimmtes Thema eingestuft.

 

Keywords:

Google filtert meine Website nach Schlüsselwörtern und Suchbegriffen, die andere Nutzer zum vergleichbaren Thema verwendet haben. Für die keyword– Recherche gibt es zahlreiche kostenpflichtige und freie Tools.  Teilweise reicht es aber schon, einen Oberbegriff in die Suchleiste bei Google einzugeben und zu schauen, welche Vorschläge Google macht, um meine Anfrage zu vervollständigen. Die zwei bis drei Wort- Kombinationen sind statistisch gesehen, die am häufigsten gewählten Suchvarianten. Gebe ich beispielsweise den Begriff „Texter“ ein, liefert Google mir gleich mehrere Wortkombinationen.

Auf der Ergebnisliste ganz unten gibt mir Google außerdem ähnliche Suchvorschläge. Allerdings habe sich die alleinige Optimierung durch keywords überholt, sagt Bockhornis. Die Verschlagwortung macht heute nur 10-12 % der Optimierungsmaßnahmen aus, sie ist weiterhin relevant, aber nicht mehr in so einer Dichte, die den Lesefluss und die Qualität des Textes beeinflusst. Anstatt den Text mit keywords zu überlasten, ist es besser sich auf einige relevante Suchbegriffe zu konzentrieren, diese beispielsweise in der Überschrift fett gedruckt zu platzieren oder vereinzelt im Text hervorzuheben.

 

Struktur:

Google legt viel Wert darauf, dass die Ergebnisse für seine Nutzer lesefreundlich und gut strukturiert sind. Deshalb ist einem schon viel geholfen, wenn man seinen Websitetext durch Überschriften und Zwischentitel in kleinere Kapitel unterteilt, um Zusammenhänge zu beleuchten. Wer die Überschriften als Frage formuliert, hat sogar größere Chancen gefunden zu werden. Nutzer formulieren ihr Problem nämlich oft als Frage. Strukturierte Daten, wie Aufzählungen oder aktuelle Termininformationen, sog. snippet, werden von Google ebenfalls positiv bewertet.

 

Metadaten:

Die Angaben in den Metadaten sind sehr wichtig. Hierbei handelt es sich um eine Art Kurzbeschreibung, was sich auf meiner Website, bzw. meinen einzelnen Webseiten befindet. Wer bereits eine Website hat, sollte seinen Unternehmer- Namen probeweise bei Google eingeben und schauen, wie seine eigene „metadescription aussieht. Durch bestimmte Programmcodes und Business- Tarife bei verschiedenen Anbietern, wie z.B. WordPress kann man die Metadaten individuell ändern. Warum dies so wichtig ist?

Es ist der erste Text, den ein Nutzer bei der Ergebnisliste von Google und Co. sieht. Hier sollte ich mich mit einem ansprechenden Titel (Teasertext und URL- Anzeige) und einer kurzen Beschreibung (snippet) präsentieren, die den Nutzer dazu bewegt auf meinen Link zu klicken (call to action).

Do You speak SEO

Foto © Unsplash – Crew

Im Idealfall enthält meine Beschreibung einen sog. rich snippet, das sind Mikrodaten, wie z.B. Ein aktueller Termin oder eine Tabelle, die durch einen hinterlegten Html- code funktioniert.

 

Off Page- Optimierung:

Optimierung, die von außen gesteuert wird, durch das Handeln anderer, wie z.B. bei Verlinkungen.

Backlinks:

Backlinks sind fast genauso wichtig, wie keywords. Es handelt sich um Verlinkungen auf anderen Webseiten, die auf meine eigene Website verweisen. Es sind nicht die Links, die ich selbst auf meiner Seite einbaue. Solche Verlinkungen muss man sich verdienen, sei es durch eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen oder einem Verband.

Es ist davon abzuraten sich beliebig Links zu kaufen. Google kennt diese Tricks bereits und mahnt solches Verhalten ab und stuft rankings runter. Im schlimmsten Fall wird meine Seite dann gar nicht mehr in den Suchergebnissen angezeigt. Die Links müssen einen Themenbezug haben, z.B. regional oder thematisch. Grundsätzlich gilt: Besser wenige Verlinkungen, dafür aber qualitativ hochwertig, meint Bockhorni.

Gute Links kann man schon darüber bekommen, wenn man Mitglied in einem Verband ist oder regelmäßig Fach- oder Blogartikel schreibt, die geteilt und kommentiert werden. Selbst Kommentare schreiben und positive Bewertungen bei anderen Bloggern zu hinterlassen, kann diese dazu motivieren ebenfalls meine Seite zu liken und zu verlinken. So entstehen auf ganz organische Weisebacklinks“. Es braucht aber Zeit und Eigeninitiative, um am Ball zu bleiben.

 

User- experience:

Da Niemand alle Kriterien erfüllen kann rät Bockhorni in allem zu 70/80% aktiv zu sein. Positiv für die Listung bei Google sind Nutzersignale, wie „likes & shares“. Denn zwischen der ON Page und der Off Page Optimierung liegt die sog. „user experience, so bezeichnet man die Faktoren, die den Websitebesucher direkt ansprechen:

  • Wie sieht meine Seitenarchitektur aus?
  • Habe ich einen klaren, nutzerfreundlichen Aufbau, ein ansprechendes Design?
  • Habe ich meinen snippet optimiert? z.B. durch Strukturierung der Daten
  • Wie lange dauert die Ladezeit des Servers?
  • Wie mobilefriendly ist meine Seite, bzw. mein theme? Kann ich auf einem Bildschirm lesen oder muss ich hin und her schieben? Dies kann ich kostenfrei unter „think with google: test my site“ über prüfen lassen.
  • Und vor allen Dingen: hochwertige Inhalte (Content und Expertenstatus)

 

Um „organic traffic, also eine Bewegung auf meiner Seite zu erzeugen, die von Google positiv bewertet wird, sei es am sinnvollsten, wenn man kontinuierlich an der Optimierung seiner Seite arbeitet, statt nur vereinzelte Maßnahmen durchzuführen, rät Bockhorni. Das ist das tolle an der digitalen Welt, man kann alles jederzeit verbessern und verändern.

Am aller wichtigsten ist es bei der Optimierung immer die Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund zu stellen. Konkret bedeutet dies: Ich sollte für Menschen, nicht für die Suchmaschine schreiben und optimieren, meint der Marketingexperte:

„Bleiben Sie natürlich.

Optimieren Sie von Mensch zu Mensch“

(Markus Bockhorni, Geschäftsführer der eMBIS Akademie für Online Marketing)

 

In diesem Sinne, bleibt menschlich und überzeugt mit euren Kompetenzen und mit eurer einzigartigen Persönlichkeit. Haltet Kontakt mit euren Kunden und Fans und bietet ihnen die beste Leistung, die Ihr geben könnt.

Eure Joanna

 

PS. Dies war ein Beitrag, der dreiteiliegen Kolummne zum Thema:

Experten berichten auf der herCAREER, worauf es wirklich ankommt – Selbstmarketing für Anfänger I-III.

Experten berichten auf der herCAREER worauf es wirklich ankommt -Selbstmarketing I-III

Bei meinem Besuch der herCARREER hatte ich die Gelegenheit mehrere Workshops und Vorträge besuchen zu können, die auf eine kurze und verständliche Weise die Basics vermittelt haben, worauf es bei der Vermarktung der eigenen Person ankommt. In den folgenden drei Beiträgen zum Thema: „Selbstmarketing für Anfänger“ habe ich die wichtigsten Erkenntnisse, Experten- Tipps und praktische Übungen für euch zusammengefasst. Zur Übersicht

WHAT TO DO? & MY BENEFITS:

Alle Strategien und Methoden, wie ihr euch am besten präsentieren könnt- online, wie im echten Leben, findet ihr in meinem nachfolgenden Beitrag:

Warum Selbstoptimierung mich nicht nur beruflich, sondern auch privat weiterbringt

Warum Selbstoptimierung mich nicht nur beruflich, sondern auch privat weiterbringt Cover

4 Gedanken zu „Wie ich Google dazu bringe mich zu lieben und warum Social Media perfekt ist, um mein Image zu verbessern – Selbstmarketing für Anfänger II.

Kommentar verfassen