Mathias und Edwina Sperlich bilden das Figurentheater Stella und gehen mit Petterson und Findus auf Praemieretour

Wenn dieser Mann mit Puppen spielt, kann Kasperle einpacken

Das Figurentheater STELLA geht mit „Petterson und Findus“ auf Prämiere- Tour. Ihr Ziel: Kinder begeistern

Starke Emotionen, viel Technik und Show gehören zu seinem Job

Mathias Sperlich erzählt Geschichten, von wilden Stierkämpfen, gackernden Hühnern und einem kleinen Kater, der Kinderherzen höherschlagen lässt. Mathias ist Schauspieler. Doch anstatt auf der Bühne zu stehen, findet seine Arbeit unter der Bühne statt. Dort zieht er die Fäden, bedient die Technik und lässt über seinem Kopf und vor den Augen der Zuschauer märchenhafte Welten entstehen. Seine Helden sind der kleine Kater Findus und sein alter Freund Herrn Petterson.

AUFGEPASST: Vielleicht liegt der Flyer des Figurentheaters STELLA demnächst auch bei euch aus, in Kitas, Geschäften oder Kulturzentren. Mathias Sperlich

AUFGEPASST: Vielleicht liegt der Flyer des Figurentheaters STELLA demnächst auch bei euch aus, in Kitas, Geschäften oder Kulturzentren. © Mathias Sperlich

Ein Stern auf Prämiere-Tour

Mathias Sperlich und seine Frau Edwina bilden das Figurentheater „Stella“. Ihr Unternehmen ist noch sehr jung, die Prämiere liegt gerademal einen Monat zurück. Der Startschuss fiel am 9. Januar 2018 in Herzlake in Niedersachsen. Seitdem touren sie durch Norddeutschland. Im Januar und Februar wollen sie über 30. Vorstellungen geben und zahlreiche Orte bespielt haben. Im Frühjahr sind noch weitere zehn geplant. Und wenn alles gut läuft, soll es im Herbst weitergehen. Über den Namen haben beide lange nachgedacht. Da sie neu in der Theaterszene sind, fanden sie schließlich „Stella“ ideal. Auf Latein bedeutet dies „Stern“, wie ein neu entdeckter Stern, meint Sperlich lachend.

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Warum spielt ein Mann gerne mit Puppen?

Vergangene Woche machten sie Halt in Steinfurt. Trotz Nieselregen und bedecktem Himmel haben gut zwei Dutzend Menschen den Weg ins Ludwigshaus in Burgsteinfurt gefunden- größtenteils Kinder. Denn genau um sie geht es beim Figurentheater. Kinder zu belustigen und sie in eine Märchenwelt zu entführen, das sei das Spannende am Puppenspiel. Die Arbeit unter der Bühne sei anstrengend und schön zu gleich:

„Wenn man die Reaktionen der Zuschauer mitbekommt oder die Kinder mitfiebern, wenn etwas auf der Bühne passiert, ist das ein wunderbares Gefühl.“

Den 28. jährigen Puppenspieler fasziniert aber auch die Herausforderung die Figuren zu bewegen und zu imitieren. Gleichzeitig muss er die Ton- und Lichteinstellungen betätigen ohne, dass die Zuschauer das Geschehen unter der Bühne mitbekommen. Seine Frau Edwina und er haben ein Ziel: Kinder begeistern.

 


Nächste Termine:

  • 5. Februar, 16:30 Uhr, Kulturzentrum, Friesoythe
  • 6. Februar, 16:30 Uhr, Gemeindehaus Schwedenheim, Cloppenburg
  • 7. Februar, 16:30 Uhr, Gasthof Schulte Lind, Papenburg
  • 8. Februar, 16:30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Laggenbeck, Ibbenbüren
  • 9. Februar, 16:30 Uhr, Grundschule im Sande, Bramsche
  • 18. Februar, 11:00 + 14:00 Uhr, Kulturspeicher, Leer
  • 20. Februar, 16:00 Uhr, Bürgerzentrum, Mettingen
  • 27. Februar, 16:30 Uhr, Rathaussaal, Rauderfehn

Weitere Gastspielorte gibt es demnächst auf der Homepage: www.figurentheater-stella.com

Figurentheater STELLA: Mathias Sperlich, Langestrasse 6, 49777 Groß Berßen, 01729160041, m.sperlich@figurentheater-stella.de


 

Mathias und Edwina Sperlich bilden das Figurentheater Stella und gehen mit Petterson und Findus auf Praemieretour

Die dreijährige Annabell mit den Titelhelden Findus und Petterson, gespielt von Ewdina und Mathias Sperlich. Fotos © J.Puzik

Wie es zur Gründung des eigenen Figuren- Theaters kam

Hauptberuflich sind sie beide Artisten. Den größten Teil des Jahres reisen sie im Projektcirkus seines Schwiegervaters Gerd Sperlich mit, quer durch Deutschland. Sie trainieren mit Kindern an Schulen, machen Bodenakrobatik und Jonglage. Im Winter hat der Saisonbetrieb jedoch Pause.

Diese Zeit wollte das junge Paar besser nutzen und startet jetzt sein eigenes Projekt: Das Figurentheater „Stella“. Momentan machen sie alles selbst. Das Bühnenbild, vom Hühnerstall bis zum großen Haus von Petterson stammen aus ihrer eigenen Werkstatt. Sie bedienen die Technik und kümmern sich auch um die Organisation der Räumlichkeiten und die Werbung. Wie es finanziell aussehen wird, und ob sie Erfolg haben werden, wird sich zeigen. Die Unkosten sind sehr hoch, daher sei es schon schade, wenn weniger Leute kommen als erwartet, gesteht Sperlich:

„Es ist viel Arbeit, man steckt viel rein. Aber es macht Spaß und ist halt eine Herzensangelegenheit.“

Das Bühnenbild des Figurentheaters Stella mit den handgemachten Puppen Petterson und Findus

Das Bühnenbild des Figurentheaters Stella mit den handgemachten Puppen Petterson und Findus. Foto: © J. Puzik

Figurenspieler in der 3. Generation

Wenn Familientradition zur eigenen Leidenschaft wird

Mathias Eltern sind ebenfalls Figurenschauspieler, genau wie sein Großvater. Die Liebe zum Puppenspiel wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Als Jugendlicher begann er im Betrieb seiner Eltern mitzuwirken. Doch schon als Kind habe er oft zugeschaut, wie sein Großvater die Figuren schnitzt. „Ich habe damals schon, als ich zwei, drei Jahre alt war mit Opas Märchenfiguren gespielt“, erinnert er sich. Damals waren sie aus Holz. Er selbst stellt seine Figuren aus einem Schaumstoff her, den gab es damals noch nicht. Dennoch hat er an jeder Figur bestimmt mehr als 200-300 Stunden gearbeitet, jedes Detail heraus modelliert, vier bis fünf Kopfformen ausprobiert. Oft musste er nachbessern oder ganz von vorne beginnen, weil die Technik noch nicht gepasst hat. Das Ergebnis sind in Handarbeit gefertigte Unikate. Sie wirken als seien sie wirklich aus der Geschichte des schwedischen Autors Sven Nordquist entsprungen. Kasperle kann einpacken.

 


Der neue Hype um „Petterson und Findus“

Spätestens seit dem jüngsten Kinoerfolg „Das schönste Weihnachten überhaupt“ mit Petterson und Findus, im Jahr 2016 bestimmen die Erzählungen der zwei, das Kinderkulturprogramm. Allein im Kreis Steinfurt gab es in den vergangenen Jahren mehrere Veranstaltungen zum Thema: Eine Lesereihe im „Bilderbuchkino Haus Buckshook“ (Steinfurt 2011), einen Tagesworkshop bei den Figurentagen im „Kulturspeicher Dörenthe“ (Dörenthe 2016) und erst jüngst ein Bilderbuchkino in der Stadtbibliothek in Emsdetten (Januar 2018).

Mathias Sperlich hätte vor einem Jahr selbst nicht gedacht, dass er die Geschichten mal spielen werde, gesteht er. Er fand sie persönlich immer schon sehr lustig und faszinierend. Mit dem Figurentheater werden Kindheitserinnerungen geweckt, so Sperlich. Und vielleicht auch neue geschaffen, wenn man die kleinen Zuschauer bei der Vorstellung genauer betrachtet.


Wilde Stierjagd und Feuerwerkskracher im Ludwigshaus in Steinfurt

Große Kinder- Mitmach- Aktion beim Figurentheater STELLA

Es Donnerstagnachmittag. Mit einem „Gong“ zu Beginn der Aufführung, verstummt das wilde Geplapper und Gekicher der Kinder im Zuschauerraum. Das Licht geht aus. Es wird mux-mäuschenstill. Noch eben haben der fünfjährige Arthur und seine kleine Schwester Annabell nervös auf ihren Plätzen hin und her geturnt- jetzt sind ihre Blicke nach vorne gerichtet. Zwei schrullige, aufgeplusterte Gacker- Hühner betreten die Bühne und sorgen für die ersten Lach und Kreischattacken auf den Stuhlreihen vor der Bühne. Das Prämiere- Programm zeigt zwei Erzählungen des kleinen Katers Findus.

Kinder begeistern und in eine Märchenwelt entführen, das ist das Ziel von Mathias Sperlich und seiner Frau EdwinaJPG

Kinder begeistern und in eine Märchenwelt entführen, das ist das Ziel von Mathias Sperlich und seiner Frau Edwina. Foto: © J. Puzik

Eine Geburtstagstorte für die Katze

Die erste Geschichte beginnt mit einem ganz besonderen Tag. Findus hat Geburtstag. Er wünscht sich eine Pfannkuchentorte, die isst er am allerliebsten. Zu dumm, dass sie nicht alle Zutaten haben. Bei dem Versuch die Geburtstagsfeier zu retten, müssen die Kinder im Zuschauerraum ordentlich mithelfen. Mit einem lauthals gerufenen „Ole ole“, vertreiben sie sogar einen wilden Stier und können am Ende doch noch ein „Happy birthday“ für den kleinen Findus singen.

 

Ein Feuerwerk für den Fuchs

Nach einer kurzen Pause geht es turbulent weiter. Heute Nacht soll der Fuchs auf Pettersons Hof kommen und die Hühner stehlen. Schnell denken sie sich einen cleveren Plan aus. Aber nicht der kleine Fuchs geht ihnen in die Falle, sondern der Jäger Gustavson selbst. Ein Feuerwerkskracher wird gezündet und jagt den nervigen Nachbarn und seinen Jagdhund mit einem lauten „Zisch“ quer über den Hof. Als noch ein Schreckgespenst auftaucht, ergreifen die Störenfriede schließlich die Flucht.

AUFGEPASST: Vielleicht liegt der Flyer des Figurentheaters STELLA demnächst auch bei euch aus, in Kitas, Geschäften oder Kulturzentren. Mathias Sperlich

AUFGEPASST: Vielleicht liegt der Flyer des Figurentheaters STELLA demnächst auch bei euch aus, in Kitas, Geschäften oder Kulturzentren. © Mathias Sperlich

 

Wie es weiter geht? Wir sehen uns wieder kleine Freunde

Einige Kinder springen von ihren Sitzen hoch und rufen laut dazwischen. Sie jubeln dem kleinen Katerhelden zu, der unter seinem weißen Gewand hervorkriecht. Das Schauspiel hat seinen Höhepunkt erreicht, nach 50. Minuten ist die Vorstellung zu Ende.

Zum Abschied kommen Mathias und Edwina mit den Hauptfiguren nach vorne. Die Kinder können sich persönlich von den Petterson und Findus verabschieden: Einmal anfassen und ein Erinnerungsfoto machen. In Scharen stürmen sievor die Bühne und umzingeln das Schauspielpaar.

Der kleine Arthur ist enttäuscht. Er möchte noch eine Geschichte. Wenn es nach ihm ginge, dürfte die Show gerne weitergehen. Wie gut, dass Mathias Sperlich noch große Pläne hat. Seine Lizenz läuft zwar im Sommer aus, aber wenn alles gut geht, kann es im Herbst weitergehen.

von Joanna Puzik (www.iarticleu.com)

 


Nächste Termine:

  • 5. Februar, 16:30 Uhr, Kulturzentrum, Friesoythe
  • 6. Februar, 16:30 Uhr, Gemeindehaus Schwedenheim, Cloppenburg
  • 7. Februar, 16:30 Uhr, Gasthof Schulte Lind, Papenburg
  • 8. Februar, 16:30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Laggenbeck, Ibbenbüren
  • 9. Februar, 16:30 Uhr, Grundschule im Sande, Bramsche
  • 18. Februar, 11:00 + 14:00 Uhr, Kulturspeicher, Leer
  • 20. Februar, 16:00 Uhr, Bürgerzentrum, Mettingen
  • 27. Februar, 16:30 Uhr, Rathaussaal, Rauderfehn

Weitere Gastspielorte gibt es demnächst auf der Homepage: www.figurentheater-stella.com


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