Von Schwesternschaft und dem Mut neue Wege zu gehen

Befindet ihr euch gerade in einer Umbruchphase? Habt unmittelbar eure Ausbildung oder euer Studium beendet und steht nun am Scheideweg, in einer Sackgasse oder vor den Toren unendlicher Möglichkeiten?

Oder seid Ihr gerade Mami geworden und merkt, dass ein Kind Glück und Krise in einem bedeuten kann? Vielleicht ist eure Erziehungszeit auch schon vorbei und Ihr möchtet den Wiedereinstieg ins Berufsleben nehmen oder etwas komplett Neues wagen?

Welchen Weg soll ich nehmen?

choice-2692575_1920 Bild: Pixabay, by geralt, CC0

Was jetzt?

Eine so kleine und banale Frage, die zugleich die ganze Existenz bedeuten kann. Seid ihr auf der Suche nach der Antwort. Damit habt ihr den Anfang getan. Jetzt nur nicht verzweifeln und alle Türen wieder verriegeln, bevor ihr nicht wenigstens einmal einen Fuß drin hattet oder zumindest einen kurzen Blick hinein geworfen habt.

Die Angst vor dem Versagen, vor dem Hinfallen und sich bloßstellen, zementiert uns fest, so dass wir nicht einen einzigen Schritt nach vorne gehen können. Erst wenn wir uns eingestehen, dass wir Frauen nicht allen Erwartungen, ja selbst unseren eigenen gerecht werden müssen. Wenn wir selbst mit uns zufrieden sind, mit unserem Denken und Fühlen. Wenn wir wissen, wer wir sind, was uns ausmacht und was wir gut können. Ja dann haben wir den Schlüssel in der Hand, der in die richtige Tür passt.

Und was passiert, wenn wir den Schlüssel umdrehen und tatsächlich die Türschwelle unseres neuen Lebens betreten? Ein Abenteuer beginnt.

Eines, das Ihr aber nicht alleine bestreiten müsst. Ich selbst habe meinen Studienabschluss mit einem Baby daheim und dem zweiten im Bauch gemacht.

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Bild: J. Puzik, privat

Die Erkenntnis, dass ich nicht die Supermami sein kann, wie ich es mir immer vorgestellt hatte, war erst einmal ein Schock. Ich wollte MEHR, mehr als nur Sandkastengespräche den ganzen Tag. Anfangs war es gar nicht so leicht, sich mit dem eigenen Ich auseinanderzusetzen.

Ich habe ein altes Tagebuch wiedergefunden, rein zufällig. Die Begegnung mit meinem jüngeren Ich war interessant, amüsant und teilweise auch beschämend. Natürlich würde ich heute, etliche Jahre und Erfarhungen später, einiege Dinge anders machen. Einen anderen Schwerpunkt wählen, weniger Frösche küsschen und und und.

Wobei? Wäre ich dann die Person geworden, die ich jetzt bin? Ich hatte gerade mit dem Studium begonnen. Anfang zwanzig verfügt man über Superkräfte, kann die ganze Nacht durchtanzen und morgens trotzdem auf der Matte stehen und ein einschlagendes Referat halten- hoch motiviert und berauscht von der Vitalität und Freiheit, die das Studentendasein mit sich bringt. In besagtem Tagebuch habe ich eine Auflistung mit Zielen für die Zukunft gefunden. Welch Segen. Ich hatte ganz vergessen, dass ich sowas aufgeschrieben habe.

Jetzt würde man erwarten, dass sich auf dieser Liste lauter unerfüllte Träume befinden- aber Pustekuchen. Eigentlich konnte ich hinter fast jeden Punkt einen Haken machen. Und die Dinge, die noch offenstanden, brachten mich zum grübeln. Sie erschienen mir, wie gerade erst formulierte neue Sehnsüchte, dabei waren sie schon immer da gewesen. Die Auseinandersetzung mit mir selbst brachte mich dazu alles umzukrempeln. Meinen Kindern zu liebe und, um endlich der Mensch zu werden, der ich schon immer sein wollte. Durch einen Zeitungsartikel bin ich auf die Gründerinnenwerkstatt des Frauen forum Münster e.V. aufmerksam geworden. Dort ging es dann Woche um Woche darum, wer ich bin, wer ich sein will und wie ich dahin komme.

Ich bin noch immer unterwegs

Und jetzt da sich meine Erziehungszeit dem Ende neigt, bilde ich mich als Fachjournalistin weiter und habe nach dem Besuch der Gründerinnenwerkstatt begonnen freiberuflich als Autorin und Texterin zu arbeiten.

Texterin gesucht?Bild: J. Puzik, privat

Trotz Selbstzweifel und kleinerer und größerer Hürden, die das Leben so mit sich bringt, hat sich irgendwie alles gefügt. Ich habe es hinbekommen den zeitweise recht verknoteten roten Faden zu entwirren und habe an seinem Ende einen Schlüssel gefunden. Die Erkenntnis, dass ich „Schreiben“ möchte und „Kommunikation“ meine Stärke ist. Und obwohl ich nicht weiß, welche Pforten, Türen und Falltüren auf meinem Weg auf mich warten, bin ich zuversichtlich.

Ich habe ein Ziel

Der Weg dahin ist nur mit kleinen Schritten möglich. Und alleine wird es wohl kaum zu erreichen sein. Deshalb setze ich mich mit vollem Herzen dafür ein, diesen Weg gemeinsam mit euch zu gehen und weibliche Netzwerke zu knüpfen. Zickenkriege und Stutenbissigkeit sind von gestern- heute erreichen wir zusammen mehr, als Wegbegleiterinnen, Freundinnen und Schwestern.

IMG-20160528-WA0009Bild: J. Puzik, privat

Schließlich kämpfen wir Frauen oft mit erschwerten Rahmenbedingungen und bemühen uns Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Den richtigen Partner finden, den Kindern ein Vorbild sein, die Wäsche zu waschen und so ganz nebenbei einfach nur was für uns alleine zu tun. Da wäre eine Schwester, die uns versteht, die vielleicht ähnliches durchgemacht hat und die uns gut zu spricht, auch wenn mal alle Türen verschlossen scheinen, ein wahrer Segen.

Deshalb möchte ich euch dabei unterstützen, euch Impulse geben und mit Geschichten von starken Frauen dazu motivieren euren ganz persönlichen Weg zu gehen. Ihr seid kreativ und platzt fast vor Ideen, aber euch fehlt der Mut euch zu zeigen? Weil ihr noch nicht gut genug seid oder noch nicht alles perfekt ist? Oder weil der erste Weg, den Ihr gewählt habt der totale Reinfall gewesen ist.

Vielleicht steckt ihr gerade in der Rabenmutterrolle fest? Das Leben mit Kindern und der Traum sich selbst zu verwirklichen tragen ihre Rivalitäten auf euren Nerven aus? Dann ist es Zeit für Veränderungen.

Dieser Blog ist für euch

Für alle mutigen Traumtänzerinnen, Querdenkerinnen und Freigeister, die neue berufliche und private Herausforderungen suchen.

Als eine Community aus starken Frauen lade ich euch ein, euch gegenseitig zu unterstützen- mit euren Erfahrungen, Ratschlägen und Kontakten. Habt Ihr Fragen oder einen Themenvorschlag, dann scheut euch nicht mir einen Kommentar zu schreiben.

Ich freue mich darauf.

Eure Joanna

Auf meiner Facebook Fanseite ArtCOOLture & female talents poste ich speziell zu Themen rund um Frauen und Beruf, Gleichstellung und Genderstories. Schau vorbei und diskutiere mit.

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